Teufelskreis der unterbezahlten systemrelevanten Berufe

In einem Gastkommentar der NZZ erklärt Mathias Binswanger, Professor für Volkswirtschaftslehre an der Fachhochschule Nordwestschweiz den Teufelskreis der unterbezahlten systemrelevanten Berufe.

Er zeigt auf, dass systemrelevante Berufe meist manuelle Arbeit beinhalten. Diese kann weder automatisiert noch digitalisiert werden. So entsteht ein globaler Konkurrenzkampf. Diesen versucht die Schweiz einzudämmen, zum Beispiel mittels Subventionieren der Bauern. In anderen Berufen entsteht jedoch verstärkt Konkurrenz. So zum Beispiel in der Pflege, wo Pflegefachkräfte aus Ländern mit tieferen Löhnen gerne in die Schweiz kommen. Denn hier verdienen sie auch mit geringem Lohn besser.

Dies versucht die Schweiz mit Schaffen neuer Qualifikationen zu bekämpfen. Das Ziel ist eine bessere Entlöhnung von höheren Qualifikationsstufen.

Laut Mathias Binswanger hilft das jedoch nicht. Denn so werden die Dienstleistungen teurer. Dies wiederum erhöht den Lohndruck auf die sowieso schon unterbezahlten, weniger gut qualifizierten Pflegekräfte. Zudem sind die höher eingestuften Pflegekräfte oftmals nicht mehr manuell tätig. Sie arbeiten in neu geschaffenen, weniger systemrelevanten Berufen.

Binswanger erklärt, dass erst der Teufelskreis der unterbezahlten systemrelevanten Berufe durchbrochen werden muss, damit man nicht mehr Bürokratie und Lohndiskriminierung sondern bessere Lohnbedingungen schafft.

Links

NZZ vom 08.05.2020